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Dreisprachige Konferenz

Konfigurationen der theologischen Heuristik

25.03.2026

Unter dem Motto: „Wenn es Gott nicht gibt, sollte Er dann vielleicht gesucht werden?“ Wir denken dabei an die historische Erfahrung, die die Hermeneutik gemacht hat, wenn sie vom ‚archäologischen‘ Graben nach dem endgültigen Sinn sich entwickelte zu einer produktiven und in dieser Hinsicht heuristischen Hermeneutik. Wer an Hermeneutik denkt, denkt an Texte. Doch die Vielfalt der Sprachen bedingt ihre eigentümlichen Formatierungen, und demnach sind Bedeutungen nicht einfach einzukreisen durch einen Abgleich von Text, Produzent und Rezipient. Das Hinübergehen von einer Sprache zur anderen heißt, den produktiven Anteil deutlicher zu erfassen, der gleichwohl ohnehin das Finden beim Verstehen ausmacht. Wenn aber Texte und Medien in Konfigurationen bestehen, indem sie erscheinen, vergehen oder auf Dauer gestellt sind für menschliche und maschinelle Beobachter, so sind diese Konfigurationen, ihre Regeln und ihre Zugänglichkeit nur denkbar auf dem Hintergrund von sozialen Formatierungen.

               Theologie als wissenschaftliche Disziplin und die Alltagstheologie des Christentums selbst soziale Muster, die auf religiöse Handlungen (Verkündigung, Diakonie, Seelsorge, Liturgie, Bildung) reagieren. Theologien haben ihren produktiven Anteil am Christentum, wenn es ihnen gelingt, ihre eigenen Heuristiken nicht allein füreinander zu bereden, sondern mit solchen Heuristiken kooperativ umzugehen, die sich in Logik, Gegenstandsbereich und Funktion unterscheiden. Bedeutungen zu finden und zu erfinden, ist ein sozialer Vorgang, der die Schriftlichkeit als Speicher gesondert von Handlungen, Kognitionen, Wahrnehmungen und Mündlichkeit präpariert für verlässliche Rekurse, nämlich als externer Speicher.

Das vollständige Programm ist hier verfügbar.

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