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19. Oktober 2018

Prof. Dr. Bernd Lutz zu Gast an der LSRS

Wie Religiosität sich in der heutigen Zeit wandelt und ausdrückt

„Gemeinsamer Glaube in Zeiten der Individualisierung? Die Katechese im Miteinander der Generationen als Chance“, so lautete der Titel der Konferenz, zu der die ErwuesseBildung, der Service de la pastorale und die LSRS am 17. Oktober eingeladen hatten. Der große Saal des Centre Jean XXIII war gut gefüllt mit haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen aus den Pfarreien. Im ersten Teil der Konferenz ging Prof. Lutz auf die Frage ein, wie Religiosität sich in der heutigen Zeit wandelt und ausdrückt. Menschen stellen sich die Sinnfrage, und Religion wird angefragt, wenn es um das Ganze des Lebens geht (z. B. bei Geburt, Tod oder bei Wendepunkten im Leben). Doch ein individualisierter Lebensstil bedeutet nicht , dass man „ohne soziale Bestätigung und ohne soziale Anschlussfähigkeit auskommt“ (A. Nassehi). Der gemeinschaftliche Aspekt ist gerade auch im Bezug auf Kirche erwünscht, unter der Bedingung, dass die Begegnungen als relevant und wichtig für das eigene Leben erlebt werden.

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Nicht mehr die Bindung an eine Institution oder an Glaubenswahrheiten ist ausschlaggebend für das was Menschen glauben, sondern dass es dem Einzelnen plausibel und glaubwürdig erscheint.

Konsequenz für die Religionen ist, dass es mehr darum geht, Beziehungen zu den Menschen aufzubauen als volle Mitgliedschaft zu erwarten. Im christlichen Kontext ist das Ziel eine persönliche Christusbeziehung. Die Kirche sollte erweisen, dass sie dafür hilfreich ist.

Weil Zeit eines der höchsten Güter ist, sollten die Hauptamtlichen der Kirche die Präsenz der Menschen wertschätzen, auch wenn sie nur punktuell und begrenzt kommen (z. B. das Engagement der Eltern, die ihr Kind zur Erstkommunion anmelden). Auch sollte die Kirche bei Eltern und Kindern mehr auf Mystagogie setzen (in das Geheimnis hineinführen) als auf Vollständigkeit pochen. Andere Konsequenzen für die Kirche sind, dass sie Widerspruch ermöglichen und aushalten sollte, und dass sie Kontroll- und Machtverlust akzeptiert.

Katechese ist dialogisch aufgebaut! Von daher sollte sie sich nicht selbst überfordern, indem sie möglichst „alles“ vermitteln will, sondern sich darum bemühen, die Inhalte personen- und glaubensgerecht zu elementarisieren. Die Katechese sollte sich vorzüglich an Erwachsene richten, die römischen Dokumente (Allgemeines Direktorium für die Katechese) sprechen diese Empfehlung deutlich aus. Auch die Sakramentenkatechese sollte lebensbegleitend ausgerichtet sein, und sich am Lebens-und Glaubensprozess orientieren. Auf keinen Fall sollte z. B. bei der Vorbereitung zur Beichte mit den Kindern etwas (unter Druck) eingeübt werden, was die Erwachsenengemeinde nicht lebt. Auch Sakramente wie die Beichte oder die Krankensalbung sind wertvolle Schätze, die für Menschen unserer Zeit relevant und wichtig werden, wenn sie gut vermittelt werden.

Angeregt durch die Fragen des Publikums hat der Referent an vielen Beispielen deutlich gemacht, wie eine „Katechese des nächstmöglichen Schrittes“ Wege öffnet. Die Hauptamtlichen sind dabei angefragt, nicht selber die „Macher“ zu sein, sondern die „Ermöglicher“.

Christiane KREMER-HOFFMANN christiane.kremer lsrs.lu
 
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