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24. September 2018

#Jugend #Glaube #Berufung – Fragen und Erwartungen von Jugendlichen an die Kirche

Bericht zum Studientag

Ein voller Erfolg war der Studientag „#Jugend #Glaube #Berufung. Fragen und Erwartungen von Jugendlichen an die Kirche“, der am 22. September 2018 an der Luxembourg School of Religion & Society stattfand. 73 Teilnehmer, darunter Studenten der Theologie, Seminaristen, Lehrer, Katecheten, Pastoralreferenten, Mitarbeiter in der Berufungs- und Jugendpastoral, Diakone und Priester, erhielten am Vormittag persönliche Impulse und theologische Inputs zur bevorstehenden Jugendsynode, bevor sie sich am Nachmittag über die Situation der Jugendlichen in Kirche und Gesellschaft austauschen und miteinander diskutieren konnten.

Der Direktor der LSRS, Prof. Dr. Dr. Jean Ehret, hieß alle Anwesenden herzlich willkommen und betonte in seinem Grußwort die Wichtigkeit des Dialogs zwischen der Kirche und den Jugendlichen. In seiner Einführung in den Studientag stellte Prof. Dr. Georg Rubel heraus, dass es sich bei der Jugendpastoral nicht um ein zusätzliches Angebot der Kirche handelt, sondern vielmehr um einen wesentlichen Bestandteil ihrer Berufung und ihres Auftrags. „Die Jugendlichen und ihr Glaube sind wichtig für das Leben der Kirche. Und die Kirche tut gut daran, die Jugendlichen und ihre Situation in der Welt von heute in den Blick zu nehmen.“

Am Anfang des Studientages kamen die Jugendlichen selbst zu Wort. Pierre Lacoste, der an der Vorsynode in Rom teilgenommen hat, berichtete davon und fasste seine Erfahrungen folgendermaßen zusammen: „Die Jugendlichen wollen zunächst einmal angehört werden von einer ehrlichen und authentischen Kirche, die sie nicht verurteilt, sondern sie zu verstehen sucht.“ Daran anknüpfend machte Jean-Claude Hollerich, der nicht nur in seiner Eigenschaft als Erzbischof von Luxemburg, sondern auch als Präsident der Jugendkommission des Rates der europäischen Konferenzen am Studientag teilgenommen hat, deutlich, dass er zunächst ein guter Zuhörer sein will, um dann auf der Jugendsynode in Rom sprechen zu können. In einem glühenden Impuls rief er zu Veränderungen in der Kirche auf, weg von einer lehrenden Kirche hin zu einer Kirche, die zu den Menschen geht und den Jugendlichen ein lebendiges Zeugnis von Jesus Christus gibt.

Auf diese beiden persönlichen Statements folgten zwei Vorträge aus dem Bereich der Pastoraltheologie und der christlichen Spiritualität. Dr. des. Sebastian Kießig aus Eichstätt zeigte in seinem Vortrag anhand dreier Dokumente (Vorbereitungsdokument, Dokument der Vorsynode, Arbeitsdokument) den Weg zur Jugendsynode auf und stellte klar, dass die Jugendlichen nicht nur Objekt, sondern auch Subjekt der Pastoral sind. Dies zeigt sich beispielsweise daran, dass Jugendliche an der Vorsynode in Rom teilgenommen haben und durch Online-Fragebogen und über Facebook am synodalen Prozess beteiligt waren. Im zweiten Vortrag gab Diplomtheologe Marco Kühnlein theologische Anstöße zur Jugendsynode. Ausgehend von der Situation Jugendlicher in der Welt von Heute differenzierte er den Begriff Berufung aus und sprach von einer Berufung zur Lebensgestaltung, zum Christwerden und zum christlichen Lebenszeugnis. Sodann ging er auf die drei Phasen des Unterscheidungsprozesses Erkennen, Interpretieren, Wählen ein und machte diese an der biblischen Erzählung von der Berufung des Samuel in 1 Sam 3,1-21 fest.

Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen des Dialogs. Im Workshop „Just tweet it“ unter der Leitung von Michel Remery konnten sich die Teilnehmer über das Thema Kirche, Jugendliche und soziale Medien austauschen. Der Workshop „Just do it“, den Jean-Louis Zeien moderierte, befasste sich mit dem Thema Christsein in der Schule und im Alltag. Den Abschluss des Studientages bildete eine angeregte Diskussion im Plenum. Es wurde u. a. die Frage aufgeworfen, wie es der Kirche gelingen kann, Jugendliche zu erreichen und sie für den christlichen Glauben zu begeistern. Eine entscheidende Rolle, so waren sich die Teilnehmer einig, spielt dabei das konkrete Lebenszeugnis. Überzeugte und überzeugende Christen sind für Jugendliche Anreiz, den Weg zur Kirche zu finden und sich der eigenen Berufungsfrage zu stellen.

Prof. Dr. Georg Rubel, Dr. des. Sebastian Kießig, Mgr. Jean-Claude Hollerich, Diplomtheologe Marco Kühnlein
bei der Übergabe des Studienbandes zur Jugendsynode (Fotos: Uwe Franzen)

Der Studientag in Luxemburg ist zu Ende. Die Bischofssynode in Rom steht kurz bevor. Jetzt bleibt es mit Spannung abzuwarten, welche Impulse von den Bischöfen für die Jugendpastoral ausgehen.

Im Vorfeld der Bischofssynode: Interview mit Erzbischof Jean-Claude Hollerich und Pierre Lacoste


 
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