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Formation des adultes – Archive
25. September 2019

DEIN Blick ruht auf mir – eine Christusikone entsteht

Ein Ikonenmalkurs an der LSRS – Nachlese

  •  19. August 2019

Mat engem Stéck Holz geet et un! Holz vun engem Bam – Schöpfung, beaarbecht vu Mënschenhand! Dëst Stéck Holz waart op mech. Sinn ech bereet? Kann ech mech drop aloossen? Dann, déi 1. Schrëtt: Dat ausgewieltend Bild vu Christus virun An, schläifen, upassen, iwwerdroen, d’Stéck Holz a Besëtz huelen. Spannend Momenter! Ech sinn ukomm! Ech si bereet fir dat wat kënnt!

Christiane Gales-Moes

  •  20. August 2019

« Seigneur donne-nous ta lumière pour regarder. » – C’est le thème spirituel de la seconde journée. Nous passons aux premières poses de couleur. Celle de l’or d’abord que nous appliquons à partir de fines plaques feuillées. Dans la tradition iconographique, l’or symbolise la sphère divine. Nous passons ensuite aux couleurs bleues de la kénose du Christ et il nous faut des éléments de la terre. Nous apprenons à laver un jaune d’œuf. Mélangé à du vin blanc, il sera mixé à notre piment bleu pour lui donner lumière et éclat. Peu à peu les traits de notre icône s’éclairent. L’icône du Christ qui nous rassemble.

Dany Metz

  •  21. August 2019

Die Meditation am Morgen bestärkt uns in der Gewissheit durch den Tag getragen zu werden, von DIR, von Gottes Hand. Bestärkt auch in dem Bewusstsein, dass göttliches Licht durch alles Dunkle, durch alle Schatten durchscheint, gehen wir an unser Finger-Tagewerk. Auf der Ikone werden die Grundfarben in ihrer dunkelsten Tönung aufgetragen. Gewand, Umhang, Haare, Finger, Gesicht scheinen nun in ihrem dunklen Grundton. Die Konturen werden hervorgehoben. Wir sind im Prozess: Sich fallen lassen in das sich Erschließen der Ikone.

Tosca Friederes-Berg

  •  22. August 2019

Auch der 4. Tag fängt an mit einer Meditation in der Kapelle. Das rechte Sehen wird getragen vom rechten Hören, das zeigt uns eine Nikolaus-Ikone. Jeden Morgen gibt es anschließend ein „Wiedersehen“, jede(r) mit seiner/ihrer Ikone, auch sie hat geruht und auf uns gewartet. Die positive Spannung steigt, denn in unserem Prozess kommen wir vom „Unwesentlichen“ immer näher zum „Wesentlichen“. In der Gestaltung geht es jetzt ans Aufhellen, der Faltenwurf der Kleidung wird herausgearbeitet, und – am Ende des Tages schließlich – das „Inkarnat“, sprich die sichtbaren Körperteile der Christusfigur: das Gesicht und die Hände.

Der Prozess wird gesteuert von unserem „Meister“, der die einzelnen Schritte mit viel Präzision, Geduld und ruhiger Gelassenheit anleitet. Wir arbeiten in Stille, die Konzentration hält uns ganz natürlich gefangen, und da stört auch nicht der immer wieder geflüsterte Ruf nach Wolfgang, der jedem von uns mit seinem erprobten Wissen zur Seite steht. Ich ahnte es, und spüre es jetzt: das Ikonenmalen ist eine Lebensschule, bei der erfahrbar wird, dass Gott und Mensch sich begegnen!

Christiane Kremer-Hoffmann

  •  23. August 2019

Am Morgen des 3. Tages kam mir, unter der Morgendusche, spontan die Idee, unsere Ikonenmalerei mit einer Bergwanderung zu vergleichen. Von da an ging mir dieser Gedanke nicht mehr aus dem Kopf, und ich konnte nicht anders, als immer wieder Ähnlichkeiten bei diesen zwei Arten von Abenteuern zu entdecken. Denn ein Abenteuer ist eine solche Ikonenmalerei schon. „Werde ich das überhaupt schaffen, werde ich ankommen?“ hat sich mehr als eine(r) gefragt. Die Frage ist auch berechtigt, wäre nicht da der Bergführer gewesen, Wolfgang, der bei jeder Verirrung eine Lösung hatte, und jeden von uns immer wieder auf den guten Weg zurückgeführt hat, und mehr als einmal dabei auch selbst Hand angelegt hat.

Heute sind wir also zur letzten entscheidenden Etappe vor dem Gipfel gestartet. Wie bisher haben wir die Morgenmeditation mit dem Zeichen des Kreuzes begonnen. Diesmal kommentierte Wolfgang dazu: „Der Querbalken erinnert uns an die Erde und alles was sie uns zum Leben zur Verfügung stellt. Der Längsbalken lässt uns an den Himmel denken, er erinnert uns daran, den Kopf hoch zu halten und mit Mut und Zuversicht unser Tagewerk anzugehen“.

Ja, Mut und Zuversicht konnten wir für diese letzte Etappe gut gebrauchen. An diesem vorletzten Tag ging es darum, die wichtigsten Teile, das Gesicht und die Hände aufzuhellen und fertigzustellen. Da war schon äußerste Konzentration erfordert und mir fiel auf, dass es noch nie so ruhig war, wie an diesem Vormittag. In diese Stille hinein fielen manchmal Sätze wie: „Da muss man sich auch ein bisschen was trauen, ne“ oder etwas später: „Ich trau mich nicht!“ – „Doch, du schaffst das!“

Da kam mir der Vergleich mit der Bergwanderung wieder in den Sinn. Vieles glich dem Aufstieg einer steilen Wand kurz vor dem Gipfel, gut angeseilt und mit Kletterzeug natürlich. So wie der Bergsteiger bei diesem schwierigen Aufstieg alle Fertigkeiten und Kenntnisse, welche er auf den leichteren Strecken vorher erlernt hatte, jetzt anwenden muss, so erging es auch uns. Wir mussten es wagen, Striche zu ziehen, welche die Ausstrahlung des ganzen Bildes entscheidend verändern oder sogar verderben konnten.

Doch auch für uns gab es glücklicherweise die Absicherung. Wie oft man in der Stille ein leises Flüstern gehört hat: „Wolfgang, kannst du bitte mal zu mir kommen“, kann ich jetzt nicht mehr sagen.

Aber auch heute sind alle glücklich angekommen, und ich jedenfalls bin von der intensiven Konzentration fast so müde wie von einer Bergwanderung. Und zugleich so froh wie jeder, der nach einer langen Wanderung, auf der Bergspitze angekommen ist und den Ausblick genießt. Wir genießen jetzt den Anblick.

Romain Kremer

  •  19.-24. August 2019

Die Erwartungen der fünf TeilnehmerInnen an diesen Ikonenmalkurs waren sicherlich sehr unterschiedlich. Bei den meisten war die Sorge zu spüren, dass sie „ja nicht malen könnten“.

Die „Ergebnisse“ der Bemühungen sind im Bild festgehalten, das die Gruppe zusammen mit dem Kursleiter, Wolfgang Fleckenstein, dem Direktor des „Service de la formation des adultes“ an der LSRS nach der eindrucksvollen Ikonensegnung durch den neuen Generalvikar, Abbé Patrick Müller, zeigt. Nicht nur die Ikonen stahlen, auf allen Gesichtern zeichnet sich die Freude und die Ruhe ab, die im Lauf des Kurses immer mehr Bedeutung bekam.

Ikonen werden „geschrieben“, denn sie machen das Evangelium Jesu Christi in strahlenden Farben sichtbar. Dabei erlebten alle im Verlauf des Kruses eine tiefe spirituelle Auseinandersetzung mit diesem Jesus aus Nazareth. Seine Inkarnation ist in den Ikonen die symbolische Herausforderung schlechthin. Damit ist Ikonenschreiben mehr als ein Malkurs mit technischen Fragen. Eine Ikone zu malen, lässt erfahren, dass Gott in Jesus wirklich Mensch wurde. Und sie macht erlebbar, dass sein Blick auf jedem ruht, dass jeder in den Augen Gottes es wert ist, beachtet zu werden.

Als Kursleiter ist es für mich immer wieder eine besondere Erfahrung, wie diese spirituelle Ebene der Ikone im Verlauf eines Ikonenmalkurses immer wieder und immer intensiver bei allen Teilnehmenden anwächst.

Eine Ikone schreiben ist keine einfache Aufgabe, aber die Mühen lohnen sich. Ikonen helfen, den eigene Glauben zu erden, ohne den Himmel zu vernachlässigen.

Nachlese von Wolfgang Fleckenstein

 
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